Toolbox Interactiondesign


RFIDesign 2012

Klangfarben // Spiel mit Sound und Farbe

Klangfarben | Entwurf

Alexander Konrad; Lisa Umlauft; Janina D.Lettow, 11.02.2013 | RFIDesign bei Prof. Dr. Christine Goutrié und Prof. Dr. Michael Herzog
Die Projektidee

„Klangfarben“ gibt den Gästen auf deiner Hausparty die Möglichkeit, die laufende Musik auf angenehme Art und Weise zu beeinflussen. Das vorzeitige Beenden eines Titels und die ewige Diskussion um den richtigen Song gehören jetzt der Vergangenheit an. Schritt eins: Erstelle mehrere Playlisten für unterschiedliche Situationen und weise ihnen anschließend eine Farbe zu. „Klangfarben“ wird in der jeweiligen Farbe leuchten, wenn sich deine Gäste durch die Playlisten drehen. Schritt zwei: Beobachte deine Gäste beim Spielen und Staunen.

Die Komponenten

„Klangfarben“ besteht aus drei Komponenten: einer Software, einem Reader und dazugehöriger Disc. Für die Verwendung benötigt der Nutzer zunächst einen Rechner oder ein Tablet-PC auf dem die Software für „Klangfarben“ installiert ist. Hier erstellt der User seine individuellen Playlisten nach Musikgenre zusammen. Im Anschluss werden diese auf die Disc (diese beinhaltet die Tags) gespielt und weist den verschiedenen Playlisten eine Farbe zu. Befindet sich bei der späteren Benutzung die Disc auf dem Reader, wird die Farbe der jeweiligen Playliste anzeigt. Somit wissen die Partygäste welche Playliste gerade gespielt bzw. angewählt wird, wenn die Disc gedreht wird. Während der Party werden nur die Disc und der Reader genutzt, so dass der eigene Rechner während der Party nicht verwendet werden muss und Partyunfälle bzw. das Löschen und Verändern der Playlisten nicht mehr möglich ist.

Klangfarben | Präsentation

„Klangfarben“ war Bestandteil des RFIDesign-Projekts „Technologie sucht Sinn“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal im Wintersemester 2012/13, eine Kooperation zwischen den Masterstudiengängen RFID/ Funkidentifikation und Interaction Design, welche während der Semesterausstellung SINNflut 2013 präsentiert wurde. Die Hard- als auch Software wurden vorgestellt sowie ein Prototyp zum Ausprobieren bereitgestellt und das dazugehörige Processing-Skript erklärt. Mithilfe des Prototypens wurde die spätere Interaktion veranschaulicht und unter dem Slogan „Probiere Klangfarben aus! Nimm dir eine dazugehörige Disc und bespiele diese am Rechner oder iPad mit deiner Lieblingsmusik und weise die einzelnen Songs einem Genre zu. Definiere anschließend ein Farbton für jedes Genre. Die bespielte Disc nun auf den Reader auflegen und losswitchen. Das Spiel mit Sound und Farbe beginnt.“ getestet wie Personen  interagieren, die „Klangfarben“ noch nie zuvor gesehen und genutzt haben.

Klangfarben | Prozess

Namensgebung

Das Projekt „Klangfarben“ vereint Musik und Farbe, welche das jeweilige Musikgenre wiederspiegeln soll. Dieses Zusammenspiel sollte bereits im Namen zu erkennen sein. Eine andere Überlegung war Farbton.

Die technische Umsetzung

Die technische Umsetzung basiert auf einer RFID-Funkstelle mit 125kHz Übertragungsfrequenz. Über ein RFID-Lesegerät werden die Tags ausgelesen und die empfangenen Daten (IDs) zur weiteren Verarbeitung an einen Microcontroller, welcher hier in Form des Arduino Diecimilia auftritt, gesendet. Das Arduino-Board ist verantwortlich für die individuelle Farbsteuerung der Multicolor-LED und der Decodierung sowie Weiterleitung der IDs. Die über die USB-Schnittstelle an den PC weitergeleiteten Daten werden anschließend über ein in Processing erstelltes Programm ausgewertet und verarbeitet.

 

Iconentwicklung

Das Icon wurde bereits zu Beginn der Konzeptphase entwickelt und im Laufe des Projekts weiterentwickelt, um den wachsenden Ansprüchen in vollem Maße zu entsprechen. Die anfängliche Idee der Musiknote wurde zunächst durch farbliche Akzente erweitert, um sowohl den Namen als auch die Projektidee im Icon zu verdeutlichen. Im letzten Projektabschnitt wurde die Note durch die „kantige Platte“ ersetzt. Die Disc welche auf den Reader aufgelegt wird, soll bereits im Icon sichtbar sein, da sie die eigentliche Interaktion auf der Party ermöglicht.

 

Software

Die dazugehörige Software zur Erstellung der Playlisten soll sowohl an einem PC als auch Tablet-PC verwendet werden können. Die Software wurde parallel zur Hardware während der Konzeptphase entwickelt. Da ein einfaches Handling zu den Grundgedanken zählte, sollte sich dies dementsprechend auch in der Software wiederspiegeln. Durch ein reduziertes Design bei dem viel Wert auf die einzelnen Details gelegt wurde und durch die Verwendung von Symbolen, wurde ein spielerischer und intuitiver Umgang zur Erstellung der Playlisten geschaffen.

 

3D-Rendering

Mithilfe des 3D-Programms Rhinoceros wurden die einzelnen Teile zunächst modelliert und anschließend mittels 3D-Druckers gedruckt. Der „Feinschliff“ wurde in Handarbeit (klassischer Modellbau) vorgenommen. Die glatte Oberfläche zu schaffen um während der Nutzung ein haptisches Erlebnis zu erzielen, war dabei die größte Herausforderung.

 

Gehäuseentwürfe

Neben zahlreichen Zeichnungen wurden auch einfache Papiermodelle genutzt um die geeignete Form zu finden.  Als am besten geeignet stellte sich ein Zwölfeck heraus. Folgende Kriterien führten zu diesem Ergebnis. Die  gute Handhabung, welche besser als bei einer runden Disc ist, da die Finger diese besser greifen können. Außerdem sind durch die Form die einzelnen Abschnitte für den Nutzer seh- bzw. fühlbar und somit zwölf Playlisten zu erkennen, da sich unter jedem Abschnitt ein Tag mit jeweils einer Playliste befindet. Die Disc kann abschnittsweise gedreht werden und  in der zuvor zugewiesenen Farbe leuchten.

Die technischen Skizzen wurden anschließend angefertigt um die Gehäuseentwürfe detaillierter zu durchdenken und um 3D-Renderings in Rhino anfertigen zu können.

 

Klangfarben | Ausblick

Eine Idee die während der Konzeptphase entstand, ist ein Lautsprecher welcher das Lesegerät (Reader) mit dem aufgelegten Tag integriert und als Einheit auf Partys zum Blickfang wird. Die Farbe der Disc würde auf LEDs, die sich im Lautsprecher befinden, übertragen werden. Wäre über das Semester hinaus Zeit gewesen, wäre diese außerdem dazu genutzt worden um die Software weiter zu verbessern und so dem Nutzer ein angenehmes Erlebnis zu verschaffen. Eine zukünftige, verbesserte Variante bzw. bei einem Neubeginn würde „Klangfarben“ über WLAN angesteuert werden. Bei dieser Realisierung des Prototypens wird das Lesegerät noch über einen USB-Anschluss bedient.

 

17.02.2014 | Nina Lettow |